The Place Beyond The Pines

Hallo, ihr Lieben,

nachdem ich nun schon meine engsten Freunde unentwegt davon zu überzeugen versuche, sich „The Place Beyond The Pines“ anzuschauen, spreche ich heute kurz mal euch meine Empfehlung aus.

Garantiert gehört dieser Film nicht zu den Blockbustern des Sommers, auch scheiden sich die Geister an der Strukturierung und der Thematik des Films. Dennoch kann ich sagen, dass mich noch nie ein Film länger als ein paar Stunden oder wenige Tage beschäftigt hat und dass es hier aber dazu gekommen ist.

Auch wenn Ryan Gosling sicherlich ein netter Bestandteil des Dramas ist, ist es eher die bedrückende Atmosphäre und die Emotionen, die in dem Film bewegen.

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„If you ride like lightning, you’re gonna crash like thunder!“

Ohne zu viel zu verraten, es geht um Luke (Ryan Gosling), einen Motorrad-Stuntman, der nicht wirklich was im Leben erreicht hat, mit der Kirmes umherzieht und sich dann plötzlich einem Lebenswandel unterziehen muss, da er unwissend Vater geworden ist und sich um das Kind kümmern will. Da der Film in drei Episoden aufgebaut ist, richtet sich der Schwerpunkt im zweiten Teil auf den Polizisten Avery Cross (Bradley Cooper), der nach einem Ereignis während eines Polizeieinsatzes innerlich zerrissen ist und sein Leben von Neuem ordnen will. Der letzte Abschnitt des Films beschäftigt sich mit dem Leben und dem Zusammentreffen der beiden Söhne der Protagonisten.

Eigentlich fällt es mir auch gar nicht so leicht von dem Film zu „schwärmen“, denn an sich ist es keine leichte Kost. Natürlich kann man die Naturaufnahmen, die großartigen schauspielerischen Leistungen, den Soundtrack und den Regisseur in den Himmel loben. Aber das ist es nicht nur, was einem in Erinnerung bleibt. Wie es ein Freund formulierte: „…man muss sich den Film bewahren.“, nachdem ich nach dem nächsten Termin im Freiluftkino gesucht habe. Das denke ich mittlerweile auch und rede jetzt nicht mehr davon, würde mich aber freuen, wenn ihn der ein oder andere anschaut und mir seine Meinung mitteilt.

Liebe Grüße 🙂

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Bezauberndes Potsdam

Wie so oft liegt das Schöne eigentlich direkt vor unseren Augen; nur liegt es zu offensichtlich, um es zu erkennen. So ging es mir letztens bei meinem Besuch in Potsdam.
Jeder weiß um die schönen historischen Plätze in dem „Nachbarort“ Berlins, welches sogar im Jahre 1990 würdig war, von der UNESCO zu einem Weltkulturerbe erklärt und in die besagte Liste aufgenommen zu werden. Auch im Jahre 2008 wurde Potsdam durch den „National Geographic Traveler“ auf Platz 8 der historischen Orte weltweit gewählt, deren historisches Erbe über die Zeit am besten erhalten wurde.
So nutzten M. und ich den ersten frühlingshaften Tag der letzten Woche, um uns noch nicht bekannte Orte (Schlossparkanlage Sanssouci ausgeschlossen) zu besichtigen.
Natürlich habe ich mir für unsere Route zu viel vorgenommen, sodass wir nur einen Bruchteil geschafft haben. Dennoch hat es gereicht, mich von dem Charme der kleinen Stadt zu überzeugen.
Ich schwärme immernoch von den schönen unrestaurierten Stadtvillen und den vielen unterschiedlichen Schlössern, die sich scheinbar willkürlich am Ufer des „Heiligen Sees“ aus den Bäumen erheben.

Als erstes sind wir direkt nach der Ankunft die „Lange Brücke“ am Bahnhof heruntergestiegen, um auf die „Freundschaftsinsel“ zu gelangen. Pünktlich zur Ankunft schien die Sonne mit voller Kraft. Auf der kleinen Insel konnte man schon die ersten Blüten sprießen sehen und sich im Insel-Café einen Kaffee oder eine kühle Himbeerbowle gönnen. Erstaunlich viele Angler tummelten sich auf den Ufern herum; andere entspannten wiederum einfach bei einem Bier auf der Wiese.

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Danach ging es in Richtung „Holländisches Viertel“, welches natürlich an die Architektur in niederländischen Städten wie Amsterdam erinnert. Dort gibt es sehr viele unterschiedliche kleine Boutiquen oder Antiquariate und Cafés, die sich alle durch eine individuelle Fassade auszeichnen.

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Nachdem wir einige Läden durchstöbert haben, spazierten wir in Richtung Ufer des „Heiligen Sees“. Auf dem Weg dahin durchliefen wir das „Dänische Viertel“ mit diesmal einheitlichen schönen Ziegelsteinbauten. Eine kleine Galerie, die vollgestellt mit Gemälden und angefangenen Werken war, hat mir besonders gut gefallen.

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Als wir am See ankamen, setzte leider ein kleiner Schauer ein. Dennoch fand ich den „Heiligen See“ mit der umliegenden Parkanlage faszinierend ruhig und idyllisch zugleich. In Abständen tauchten verschiedene Schlösser am gegenüberliegenden Ufer aus den Bäumen auf.
Wären wir am Ufer weiter gelaufen, dann hätten wir noch das „Schloss Cecilienhof“ besichtigen können. Da aber neben dem Regen auch ein kühler Wind einsetzte, überlegten wir es uns anders.

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Auf dem Rückweg passierten wir sehr viele bezaubernde Stadtvillen, die teilweise leer standen und darauf warteten, bis jemand seine Kreativität an den Häusern auslebt. Nett anzuschauen waren auch die russischen Holzhütten in der russischen Kolonne „Alexandrovka“. Neben ausgefallenen Holzschnitzereien, die einem an den Häusern begegnen, kann man dort auch russische Spezialitäten im Restaurant verköstigen.

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Natürlich reicht ein Tag bei weitem nicht aus, um alle historischen Orte in Potsdam zu besuchen. Vielleicht steht ja demnächst sogar ein Besuch im „Filmpark Babelsberg“ an; und die vielen kleinen Berge, die teilweise Ruinen beherbergen, die sind sicherlich auch einen Ausflug wert. Zumindest weiß ich, dass ich die Möglichkeit noch einmal nutzen werde, dass so eine interessante Stadt sich direkt „vor der Tür“ befindet.

Marina and the Diamonds + Disco Ensemble

Hallo, liebe Leute,

Ende November war ich mit M. beziehungsweise N. auf zwei Konzerten, die bei mir auf jeden Fall Eindruck hinterlassen haben. Am 23.11. spielten Disco Ensemble im Lido samt Supportact Death Letters und am 29.11. war Marina and the Diamonds der Augen- und Ohrenschmaus.
Disco Ensemble sowie Marina gehören schon seit einer Weile zu meinen absoluten Favoriten so unterschiedlich sie im ersten Augenblick scheinen.

DISCO ENSEMBLE

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Schon seit HIM bin ich eine große Anhängerin finnischer Rock/Pop-Bands. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich irgendwann auf Disco Ensemble gestoßen bin, die es bereits seit 1996 gibt und die nun mit ihrem fünftem Studioalbum „Warriors“ auf Tour gegangen sind.
Euch sind sie vielleicht mit dem Titel „Drop dead, Casanova“ oder dem FIFA-Hit „We might fall apart“ in Erinnerung geblieben.
Auf jeden Fall durfte ich sie am 23.11. bereits zum zweiten Mal live erleben und wurde erneut überrascht.
Während das Konzert vor ca. zwei Jahren im Postbahnhof stattfand, begaben wir uns diesmal ins Lido. Bevor es losging, gab es dort die Möglichkeit Kicker zu spielen oder sich bei einem Bier zu unterhalten.
Punkt 20 Uhr hörten wir die Vorband Death Letters auf die Bühne kommen und loslegen. Obwohl es nur einen Drummer und einen Gitarristen/Sänger gab, klangen ihre Lieder kraftvoll, teilweise chaotisch und dennoch passagenweise melodisch und gefühlvoll. Nach ihrem Auftritt verkauften sie selbst ihre Merchandise-Artikel und unterhielten sich auch auf sympathische Art und Weise mit den Fans.
Natürlich wollten die Leute, die hingekommen sind vor allem Disco Ensemble sehen, was man dann nach der Vorband auch an den nach vorne strömenden Menschenmassen sehen konnte. Glücklicherweise konnten wir uns direkt vor der Bühne einen Platz sichern, wenn auch neben dem grimmig guckenden Security-Mann.
Als die Band auf die Bühne gelaufen kam, hießen die Fans sie mit tobendem Geschrei willkommen. Es erklang das Album-Intro und machte Lust auf mehr.
Ca. anderthalb Stunden spielten sie ihre bekanntesten Hits aber auch vor allem die Songs des aktuellen Albums. Dennoch konnten fast alle mitsingen, obwohl es noch nicht so lange draußen ist. Der Mix aus harmonischen Melodien und schnellen Riffs ist bei dieser Band einfach total besonders. Es klingt so viel Liebe zum Detail heraus und auch der Spaß, den die Band daran hat, begeistert die Menge immer wieder aufs Neue. Zwischendurch gab es sogar die Möglichkeit für Circle Pits und die Wall of Death. Natürlich nur für die hartgesottenen Fans, viele landeten dann auch auf dem Boden. 🙂 Aber da alle recht gut miteinander im Umgang waren, kamen sie auch schnell wieder hoch.
Jeder, der auf Rockiges steht, aber auch wunderschöne leichte Melodien nicht vermissen will, sollte auf jeden Fall in die Alben von Disco Ensemble reinhören. Meine Songvorschläge für euch: Headphones, Second Soul, Too much Feeling und und und…
Ich bin auf ihrer nächsten Tour auf jeden Fall dabei.

MARINA AND THE DIAMONDS

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Was für eine Frau, das dachten wohl auch die einzelnen Männergrüppchen, die sich am 29.11. zwischen Pärchen und Freundinnenscharen im Astra Kulturhaus eingefunden haben.
Das Astra Kulturhaus liegt etwas versteckt in der Warschauer Str. direkt am RAW-Tempel und als N. und ich dort an dem Donnerstagabend ankamen, zeugte die riesige Schlange von Menschen vor dem Einlass davon, dass wir es mit „echten“ Fans zu tun haben und uns wahrscheinlich hinten anstellen mussten. So kam es auch, dass wir viel Zeit an der Garderobe gewartet haben und nachdem wir uns ein Alsterwasser gegönnt haben, standen wir kleinen Mädchen relativ weit hinten.
Zu der Location muss man sagen, dass sie eine tolle schummerige Atmosphäre hatte samt roten Wänden und wunderschönen großen Lampen im 50er Jahre-Stil. Genau das passte auch so gut zu Marina and the Diamonds an diesem Abend.
Um 20 Uhr sollte das Konzert anfangen, eine halbe Stunde später ca. kamen zuerst die Bandmitglieder in einheitlichen weißen Hemden und schwarzen Westen auf die Bühne, um wahrscheinlich den bunten Mittelpunkt vollständig auf Marina zu belassen. 🙂
Das Bühnenbild war relativ schlicht, hatte aber tolle Blickfänge wie ein Leuchtröhrenherz als Albumtitel („Electra Heart“), einen Fernseher mit Dauerrauschen, Garderobenständer und Ledersessel. Alles natürlich in dem 50er Jahre-Stil des damaligen Amerikas. Obwohl Marina ursprünglich aus Wales kommt und griechische Wurzeln hat, nimmt sie sich Amerika oft als Thema in ihren Songs, meist auf satirische Art und Weise wie z.B. in ihrem erfolgreichsten Song bis dahin „Hollywood“.
So kam sie dann auf die Bühne im knappen Rock, bauchfreiem Top, einer gelben großen Schleife und einer riesigen Stimme.
Die Menge tobte natürlich als sie mit „Homewrecker“ aus dem aktuellen Album loslegte. Im Gegensatz zu dem oben vorgestellten Konzert, war dieses natürlich von der filigranen und grazilen Art Marinas erfüllt.
Ohne rockige Attitüde dafür mit berauschender Stimme, die aus einer kleinen Person wie sie herauskommend so unrealistisch wirkte, fesselte sie die Menge.
Marina ist natürlich eine talentierte Künstlerin. Die Stimme ist sehr vielseitig und reicht über ganz tiefe bis sehr hohe Töne, auch am Klavier bewies sie Geschick und mit ihren ausgefallenen Texten sowieso (s. „Bubblegum Bitch“).
Humor hat die Frau auch allemal; um den Text zu Hollywood optisch zu untermalen, kam sie mit Cola und Burger auf die Bühne.

„Hollywood infected your brain
You wanted kissing in the rain
Living in a movie scene
Puking American dreams
I’m obsessed with the mess that’s America“

Auch diesmal war das Konzert gefühlt viel zu schnell vorbei, aber toll war es auf jeden Fall, vor allem auch, weil sie erst zwei Studioalben veröffentlicht hat und somit fast alle Lieblingssongs irgendwann auftauchten.
Marina and the Diamonds macht einfach schnell gute Laune und ist doch auch gesellschaftskritisch, was den frechen Texten Tiefgang verleiht.

Mit den beiden Tipps auf die Ohren verabschiede ich mich. 🙂