Marina and the Diamonds + Disco Ensemble

Hallo, liebe Leute,

Ende November war ich mit M. beziehungsweise N. auf zwei Konzerten, die bei mir auf jeden Fall Eindruck hinterlassen haben. Am 23.11. spielten Disco Ensemble im Lido samt Supportact Death Letters und am 29.11. war Marina and the Diamonds der Augen- und Ohrenschmaus.
Disco Ensemble sowie Marina gehören schon seit einer Weile zu meinen absoluten Favoriten so unterschiedlich sie im ersten Augenblick scheinen.

DISCO ENSEMBLE

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Schon seit HIM bin ich eine große Anhängerin finnischer Rock/Pop-Bands. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich irgendwann auf Disco Ensemble gestoßen bin, die es bereits seit 1996 gibt und die nun mit ihrem fünftem Studioalbum „Warriors“ auf Tour gegangen sind.
Euch sind sie vielleicht mit dem Titel „Drop dead, Casanova“ oder dem FIFA-Hit „We might fall apart“ in Erinnerung geblieben.
Auf jeden Fall durfte ich sie am 23.11. bereits zum zweiten Mal live erleben und wurde erneut überrascht.
Während das Konzert vor ca. zwei Jahren im Postbahnhof stattfand, begaben wir uns diesmal ins Lido. Bevor es losging, gab es dort die Möglichkeit Kicker zu spielen oder sich bei einem Bier zu unterhalten.
Punkt 20 Uhr hörten wir die Vorband Death Letters auf die Bühne kommen und loslegen. Obwohl es nur einen Drummer und einen Gitarristen/Sänger gab, klangen ihre Lieder kraftvoll, teilweise chaotisch und dennoch passagenweise melodisch und gefühlvoll. Nach ihrem Auftritt verkauften sie selbst ihre Merchandise-Artikel und unterhielten sich auch auf sympathische Art und Weise mit den Fans.
Natürlich wollten die Leute, die hingekommen sind vor allem Disco Ensemble sehen, was man dann nach der Vorband auch an den nach vorne strömenden Menschenmassen sehen konnte. Glücklicherweise konnten wir uns direkt vor der Bühne einen Platz sichern, wenn auch neben dem grimmig guckenden Security-Mann.
Als die Band auf die Bühne gelaufen kam, hießen die Fans sie mit tobendem Geschrei willkommen. Es erklang das Album-Intro und machte Lust auf mehr.
Ca. anderthalb Stunden spielten sie ihre bekanntesten Hits aber auch vor allem die Songs des aktuellen Albums. Dennoch konnten fast alle mitsingen, obwohl es noch nicht so lange draußen ist. Der Mix aus harmonischen Melodien und schnellen Riffs ist bei dieser Band einfach total besonders. Es klingt so viel Liebe zum Detail heraus und auch der Spaß, den die Band daran hat, begeistert die Menge immer wieder aufs Neue. Zwischendurch gab es sogar die Möglichkeit für Circle Pits und die Wall of Death. Natürlich nur für die hartgesottenen Fans, viele landeten dann auch auf dem Boden. 🙂 Aber da alle recht gut miteinander im Umgang waren, kamen sie auch schnell wieder hoch.
Jeder, der auf Rockiges steht, aber auch wunderschöne leichte Melodien nicht vermissen will, sollte auf jeden Fall in die Alben von Disco Ensemble reinhören. Meine Songvorschläge für euch: Headphones, Second Soul, Too much Feeling und und und…
Ich bin auf ihrer nächsten Tour auf jeden Fall dabei.

MARINA AND THE DIAMONDS

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Was für eine Frau, das dachten wohl auch die einzelnen Männergrüppchen, die sich am 29.11. zwischen Pärchen und Freundinnenscharen im Astra Kulturhaus eingefunden haben.
Das Astra Kulturhaus liegt etwas versteckt in der Warschauer Str. direkt am RAW-Tempel und als N. und ich dort an dem Donnerstagabend ankamen, zeugte die riesige Schlange von Menschen vor dem Einlass davon, dass wir es mit „echten“ Fans zu tun haben und uns wahrscheinlich hinten anstellen mussten. So kam es auch, dass wir viel Zeit an der Garderobe gewartet haben und nachdem wir uns ein Alsterwasser gegönnt haben, standen wir kleinen Mädchen relativ weit hinten.
Zu der Location muss man sagen, dass sie eine tolle schummerige Atmosphäre hatte samt roten Wänden und wunderschönen großen Lampen im 50er Jahre-Stil. Genau das passte auch so gut zu Marina and the Diamonds an diesem Abend.
Um 20 Uhr sollte das Konzert anfangen, eine halbe Stunde später ca. kamen zuerst die Bandmitglieder in einheitlichen weißen Hemden und schwarzen Westen auf die Bühne, um wahrscheinlich den bunten Mittelpunkt vollständig auf Marina zu belassen. 🙂
Das Bühnenbild war relativ schlicht, hatte aber tolle Blickfänge wie ein Leuchtröhrenherz als Albumtitel („Electra Heart“), einen Fernseher mit Dauerrauschen, Garderobenständer und Ledersessel. Alles natürlich in dem 50er Jahre-Stil des damaligen Amerikas. Obwohl Marina ursprünglich aus Wales kommt und griechische Wurzeln hat, nimmt sie sich Amerika oft als Thema in ihren Songs, meist auf satirische Art und Weise wie z.B. in ihrem erfolgreichsten Song bis dahin „Hollywood“.
So kam sie dann auf die Bühne im knappen Rock, bauchfreiem Top, einer gelben großen Schleife und einer riesigen Stimme.
Die Menge tobte natürlich als sie mit „Homewrecker“ aus dem aktuellen Album loslegte. Im Gegensatz zu dem oben vorgestellten Konzert, war dieses natürlich von der filigranen und grazilen Art Marinas erfüllt.
Ohne rockige Attitüde dafür mit berauschender Stimme, die aus einer kleinen Person wie sie herauskommend so unrealistisch wirkte, fesselte sie die Menge.
Marina ist natürlich eine talentierte Künstlerin. Die Stimme ist sehr vielseitig und reicht über ganz tiefe bis sehr hohe Töne, auch am Klavier bewies sie Geschick und mit ihren ausgefallenen Texten sowieso (s. „Bubblegum Bitch“).
Humor hat die Frau auch allemal; um den Text zu Hollywood optisch zu untermalen, kam sie mit Cola und Burger auf die Bühne.

„Hollywood infected your brain
You wanted kissing in the rain
Living in a movie scene
Puking American dreams
I’m obsessed with the mess that’s America“

Auch diesmal war das Konzert gefühlt viel zu schnell vorbei, aber toll war es auf jeden Fall, vor allem auch, weil sie erst zwei Studioalben veröffentlicht hat und somit fast alle Lieblingssongs irgendwann auftauchten.
Marina and the Diamonds macht einfach schnell gute Laune und ist doch auch gesellschaftskritisch, was den frechen Texten Tiefgang verleiht.

Mit den beiden Tipps auf die Ohren verabschiede ich mich. 🙂

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